Veranstaltungen

Stefanie Scheurell // 28.05. - 29.05.22

Haute Couture - Häutung

Haute Couture – Häutung
28.05 - 29.05.2022

Abschlussausstellung der Domagk-Gastkünstlerin Stefanie Scheurell

halle50, Städtisches Atelierhaus am Domagkpark 

Öffnungszeiten:

Samstag, 28.05.2022 16 - 22 Uhr

Sonntag, 29.05.2022 14 - 18 Uhr 

und nach Vereinbarung (0176 - 80 88 73 24)

Events:

Freitag, 27.05.2022 hausinterne Eröffnung um 19 Uhr 

Samstag, 28.05.2022 offizielle Eröffnung um 17 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit der Künstlerin, (open end)

Sonntag, 29.05.2022 um 16 Uhr Einführung von Carola Conradt,
Kunsthistorikerin und anschließendes Gespräch mit der Künstlerin Stefanie Scheurell.

Von Freitagabend, 27. Mai bis Sonntag, 29. Mai findet in halle50 der Domagkateliers die Abschlussausstellung der Residenzkünstlerin Stefanie Scheurell statt. Zu sehen werden neue Arbeiten aus der Werkreihe Haute Couture – Häutung sein, die während des Aufenthaltes in München entstanden sind. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns die Ausstellung von Stefanie Scheurell zu erkunden. 

In der Werkgruppe Haute Couture – Häutung bearbeitet Stefanie Scheurell Werbefotografien, auf denen Menschen abgebildet sind. Die glatte Oberfläche wird aufgebrochen, das Makellose am Computer erschaffene Schönheitsideal und die Rollenzuschreibungen der Werbeindustrie zerstört. Stattdessen entstehen genderfluide Wesen. Wohin streben wir als Gesellschaft in diesem Kontext und womit identifiziert sich die*der Einzelne?

Zur Ausstellung erstellte die Künstlerin eine Edition in Siebdruck. 2021 erschien zur Werkgruppe Haute Couture – Häutung ein Katalog mit Text von Dr. Sebastian Baden, zukünftiger Leiter der Schirn Kunsthalle, Frankfurt. Beides ist in der Ausstellung zu erwerben.

Dr. Sebastian Baden, Direktor der Kunsthalle Schirn, Frankfurt 

Visuelle Kulturkritik und die Bildanthropologie des Körperkultes 

... Ihr künstlerisches Interesse am Zerfall und der Zerstörung des Körpers überträgt Scheurell in ihren neusten Werken der Serie Haute Couture – Häutung auf bestimmte Schönheitsideale und Frauenbilder der Gegenwart. Die Motive stammen aus vorgefundenen und gezielt gesuchten Werbeplakaten von Parfümerien, Modehäusern oder Kosmetikboutiquen. Sie zeigen jeweils Porträts von Models in sinnlichen Posen, die den Blick der Konsumentinnen auf sich ziehen und zum mimetischen Begehren nach den beworbenen Produkten auffordern sollen. 

Aus diesen Hochglanzfotografien arbeitet Scheurell Bildausschnitte heraus, indem sie weite Teile der Werkoberfläche detailliert beschneidet und entfernt. Dabei benutzt die Künstlerin Skalpell und Schmirgelpapier, um die künstliche Photoshopschönheit zu sezieren und zu zerstören. 

Neben den als Hochrelief bestehen bleibenden Resten der Porträts öffnen sich nach der handwerklichen Bearbeitung aufgeraute weiße Flächen, die die Tiefenschichten unter dem Fotokarton spürbar erkennbar werden lassen. Die so hergestellten Kontraste von Oberfläche und Material erhöht Scheurell durch Klebebandstreifen oder Übermalungen, für die sie die zuvor abgeschmirgelten Farbpigmente auf die freigelegten Flächen aufträgt. Dem Original widerfährt so eine malerische Überarbeitung, wodurch neue inhaltliche Zusammenhänge entstehen und ursprüngliche, teilweise erotische Elemente der Fotografien Betonung oder Verfremdung erfahren. 

So wird die Häutung buchstäblicher Teil der Bildbearbeitung, mit der die Künstlerin fotografische Vorbilder von ihrem Bildträger abzieht. 

Damit zerstört Scheurell nicht nur die Illusion von makelloser Schönheit, wie sie die Modefotografie als ideales Menschenbild suggeriert – sie unterzieht diese ikonischen Images der Kulturgeschichte der Schönheit auch einem quasi archaischen Strafritual, wie es im Mythos dem Marsyas widerfuhr, weil er zum göttlichen Wettstreit um die schöne Kunst der Musik herausforderte. 

Scheurells kulturkritische und ikonoklastische Décollage steht in einer modernen kunsthistorischen Tradition mit den Fotomontagen der Dadaisten, wie bei Hannah Höch, den Nouveaux Réalistes im Paris der 1960er Jahre, unter denen sich Künstler wie Mimmo Rotella und Jacques Villeglé als „Affichisten“ betätigten und Werbeplakate in Stücke rissen, oder auch mit der Bildperforation von Daniele Buetti, der farbige Werbefotografien von Supermodels mit Tattoos bearbeitet und auf Leuchtkästen montiert. Nicht zuletzt ist Scheurells analoge Arbeit vergleichbar mit den Malereien von Elke Krystufek, die konstant das weibliche Selbstbildnis in seiner Körperlichkeit und Verletzlichkeit zum Thema macht. ...


#stefaniescheurell


Wir freuen uns auf Ihren Besuch !

Die Veranstaltung in den Domagkateliers werden unterstützt vom
Kulturreferat der LH München

DomagkAteliers
Ihr Atelierhaus am Domagkpark

FREIE PARKPLÄTZE !!

DomagkAteliers - Städtisches Atelierhaus am Domagkpark
Margarete Schütte-Lihotzky-Str.30 //80807 München
Bus 50 Alfred Arndt Str. - 2 Min
Tram 23 Domagkstraße - 5 Min
U 6 Alte Heide - 10 Min‍

 Wegbeschreibung mit Lageplan

 

 

 

FÖRDERER:



Domagkateliers gGmbH

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Dr. Wolfgang Heubisch, Kulturminister a. D. und Vizepräsident des Bayerischen Landtags

Firma boesner, Künstlerbedarf


 


 

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