Die Arbeiten der multidisziplinären Künstlerin Mariella Maier bewegen sich zwischen raumgreifenden, wiederverwendbaren Skulpturen, immersiven Installationen im Ausstellungs- und Bühnenraum und experimentell-dokumentarischen Filmen. Vor ihrem Studium in Bühnenbild und Freier Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München studierte sie Komparatistik, Philosophie und Kunstpädagogik in München und Palermo sowie Schauspiel in Berlin.
Ausgehend vom Medium Papier liegt ihr Schwerpunkt auf lokalen Naturfasern wie der Brennnessel oder der Artischocke. Neben der Untersuchung ihrer spezifischen materiellen Eigenschaften faszinieren sie die Narrative, die diese Pflanzenfasern mit sich tragen – von ökologischen Zusammenhängen über kulturelle Traditionen bis hin zu Fragen nach Identität und Vergänglichkeit.
Ihre Videoarbeiten basieren meist auf einem dokumentarischen Ansatz, der in experimenteller und poetischer Form soziopolitische Themen reflektiert – etwa das Gefühl der Verantwortung gegenüber dem Geburtsort oder unseren Umgang mit Wasser als grundlegender Ressource.
Zu ihren wichtigsten Ausstellungen zählen die Manifesta12 in Palermo, das Kunsthaus Dahlem in Berlin und die Lothringer 13 Halle in München. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit dem Preis der Antonia und Hermann Götz Stiftung für junge Kunst (2022), einem Deutschlandstipendium (2023) und der Nominierung für die finale Runde der Talents Contemporains der Fondation François Schneider, Frankreich (2024). 2025 erhielt sie ein Atelierstipendium der Stadt München sowie den Preis der Prinzregent-Luitpold Stiftung.